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TOP SEVEN: Meine sieben Lieblingsbücher 2025

Meine Lieblingsbücher des Jahres

Meine Lieblingsbücher 2025

Wie bereits in meinem Jahresrückblick 2025 erwähnt, sind es diesmal sieben statt fünf Bücher, die zu meinen Lieblingsbüchern des Jahres zählen. Die englischen Klassiker haben 2025 eindeutig dominiert.

 

Momentan lese ich den Roman "Wuthering Heights" von Emily Bronte, der den meisten wohl eher als 80er Jahre Song von Kate Bush bekannt sein dürfte und das auch nur, weil er durch die Netflix-Serie "Stranger Things" vor ein paar Jahren ein Revival erlebte. Zwar habe ich diesen Klassiker im alten Jahr begonnen, doch werde ich es erst in den nächsten Tagen beenden. Daher wird er in die Bücherliste 2026 aufgenommen werden.

 

Meine Bücherlisten führe ich seit 2011. Schon häufig habe ich in meine Listen geschaut, um nachzusehen, wann ich welches Buch gelesen habe. Und so ist mir auch die genaue Anzahl der gelesenen Bücher eines jeden Jahres bekannt. Entgegen dem Eindruck, der aus der Vorstellung der Bücher in diesem Blog entstehen mag, sind es weit weniger als allgemein vermutet. Das liegt daran, dass ich Bücher nicht verschlinge, sondern genieße. 

 

2025 bin ich trotzdem auf immerhin 21 gelesene Bücher gekommen. Darunter Bücher mit Auszeichnungen, die zum Jahresende von fast sämtlichen Kulturredakteuren als beste Bücher des Jahres empfohlen wurden.

Und trotzdem waren es eher die Klassiker, die mein Leserherz erobert haben. Aus ihnen kann ich so viel mehr ziehen. Sie klingen lange in mir nach. Das schafft kaum ein zeitgenössisches noch so gut geschriebenes Buch.

 

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie man am ersten und letzten Buch auf meiner "Bücher-Hitparaden-Treppe" im Beitragsbild oben erkennen kann. Das eine ist ein Gerichtskrimi von 1994, das andere ein Roman über die berühmten Bronte-Schwestern. Beide haben starke Bilder und Stimmungen in mir hinterlassen, so unterschiedlich sie auch sein mögen.

David Guterson: Schnee, der auf Zedern fällt

David Guterson: Schnee, der auf Zedern fällt

Hinter diesem verträumt-romantischen Titel verbirgt sich ein brisanter Gerichtsroman.

Aber dieses Buch ist weit mehr als das. Hier stehen neben der Tat und deren Auflösung außerdem im Vordergrund:

  • der Handlungsort: San Piedro, Insel vor Seattle / USA
  • die Handlungszeit: 1954 - wichtig!
  • die Geschichte der Insel und ihrer Bewohner - noch wichtiger!
  • die Romanfiguren, sprich: Inselbewohner unterschiedlicher Herkunft und Eigenheiten - extrem wichtig!

Der Kriminalfall als Ausgangspunkt mündet unter höchst widrigen Umständen in einem verzwickten Prozess.

Währenddessen herrscht ein gewaltiger Schneesturm und bringt das Alltagsleben auf der Insel zum Erliegen. Eine Extremsituation, in der die Inselbewohner - auch verfeindete! - zusammenhalten müssen. >>Mehr über die Handlung

 

Leise und unaufgeregt erzählt der Autor diese komplexe und vielschichtige Geschichte von San Piedro und ihren eigensinnigen Bewohnern, fügt elegant die grausame Historie und eine sanfte Liebesgeschichte ein - ohne Schnörkel und ohne Kirsch - realistisch, brutal und trotzdem irgendwie schön.

 

Nach 500 Seiten hatte ich die Insel und ihre oft knurrigen Bewohner so liebgewonnen, dass ich - falls ich mal wieder nach Seattle kommen sollte - bestimmt nach einer Fähre zu der Inselgruppe Ausschau halten werde. 

 

"Schnee, der auf Zedern fällt" hat gute Chancen in meine TOP FIVE 2025 zu kommen - hatte ich im Januar 2025 geschrieben. - Geschafft!

Wilkie Collins: The Woman in White

Wilkie Collins: The Woman in White

Dieser mehrfach verfilmte englische Klassiker ist Hochspannung pur!

Und zwar auf sämtlichen 591 Seiten. Kein noch so hochkarätiger Thriller hat mich bisher derart gepackt wie dieser Roman. Er zählt zum allerersten "Mystery Novel", obwohl er auch als hochspannender Liebesroman durchgehen könnte.

 

Dieses Werk hatte mich bereits in jungen Jahren stark beeindruckt. Und entsprechend - das wird mir erst jetzt beim neuerlichen Lesen bewusst - in meinem Schreiben beeinflusst; natürlich gefiltert durch Hunderte anderer Werke, die ich im Laufe meines Lebens gelesen habe. Die "Frau in Weiß" gehört zu den Romanen, die über Jahrzehnte in mit weiterexistiert haben. Nicht, was die Handlung betrifft, sondern die Charakterisierung der Romanfiguren und die spannungsgeladene Atmosphäre des Buches.

 

Es beginnt ganz harmlos ...  >>Mehr über die Handlung.

 

Die schrecklichen Verdachtsmomente, die einem während der Lektüre kommen, erhärten sich immer mehr und werden zur grauenvollen Gewissheit. Täuschung, Komplotte, Mord ... die liebgewonnenen Romanfiguren sind ihrem Schicksal gnadenlos ausgeliefert.

 

Ein dicht verwobenes Knäuel an Erzählfäden, das nach Lösung schreit.

Fabelhaft, großartig, genial! Mehr Spannung und Mystery geht nicht!

Von Stackelberg: Manon de Carmignac

Von Stackelberg: Manon de Carmignac

Ein Roman aus dem alten Europa

Er schildert das Leben des estnisch-russischen Baron von Lappe, der vor Beginn des Ersten Weltkriegs in Berlin Medizin und Kunstgeschichte studiert. Dort lernt er die Hugenottin Manon de Carmignac kennen, die zusammen mit ihrer Großmutter in ziemlicher Armut lebt. Sie verlieben sich ineinander und verleben eine schöne Zeit zwischen Grunewald und Tiergarten - bis im Juli 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht. Die Wirren des Krieges und diverse Schicksalsschläge reißen das Liebespaar letztendlich auseinander. >>Mehr über die Handlung.


Der Roman endet in den 50er Jahren. Der Zweite Weltkrieg wird nur noch grob skizziert, dafür aber die oft verklärte Zwischenkriegszeit mit all ihrem Elend und der bitteren Armut dargestellt: zerstörte Seelen und Orientierungslosigkeit, Kriegsgewinnler und Kriegsversehrte.

 

In dieser Zeit erlebt Manon, die es nach Paris verschlagen hat, das Aufblühen des Boulevard-Theaters, wo sie inzwischen als Sängerin engagiert ist. Doch sie hat nie aufgehört, ihren Wanja zu lieben. 

Auch Wanja hat - trotz seiner Heirat mit einer der Töchter aus einer befreundeten schwedischen Adelsfamilie, die ihn vor den Kommunisten versteckt hatte - stets Manon im Herzen getragen. Sie finden einander letztendlich wieder.

Das Ende kommt ohne jeglichen Kitsch aus, es ist einfach nur zu Herzen gehen.

 

Die unpathetische Erzählweise und die als Lebensaufzeichnung verpackte Geschichte wirken sehr authentisch. Sie vermitteln einen deutlichen Eindruck, wie die beiden Weltkriege das alte Europa zerstört haben.

 

Von Stackelbergs Fazit: Die Feinde der Menschheit sind ihre Ideologien.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer, dass ich dieses nur von außen unschöne Buch hüten werde wie einen Schatz.

Frances Hodgson Burnett: The Secret Garden

Frances Hodgson Burnett: The Secret Garden

Einer der schönsten Kinderromane - besonders für Erwachsene

Er erzählt mit kindlicher Weisheit und fast sachlich über die Kraft der Natur und über die Wunder, die sie an der menschlichen Psyche vollbringen kann.

 

Die verwaiste und im alten Herrenhaus ihres Onkels sich selbst überlassene Mary entdeckt dort einen geheimen Garten. Das emotional verwahrloste Kind hat sich zum Ziel gesetzt, aus dem ebenfalls verwahrlosten Garten wieder ein kleines Paradies zu machen. Die Beschäftigung mit der Natur lässt auch sie wieder aufblühen.

 

Eines Tages entdeckt sie in einem abgelegenen Trakt des Herrenhauses ihren bettlägerigen Cousin. Ihm wurde gesagt, dass er nicht lange zu leben hätte. Doch durch die Erfahrung mit der Natur weiß Mary, dass diese Wunder vollbringen kann. Und so bringt sie Colin in einem Rollstuhl in den geheimen und längst wieder belebten Garten. Stück für Stück gelingt es ihr, dass er wieder an sich und seine Heilung glaubt. Und mit dieser Therapie, therapiert sie sich unwillkürlich selbst. >>Mehr über die Handlung

 

Ich habe das Buch im Original gelesen. Hatte ich zunächst noch Sorge, der Yorkshire-Dialekt würde mir Schwierigkeiten bereiten, so war diese nach nur wenigen Seiten wie weggeblasen. In der Originalsprache taucht man noch tiefer in das ländliche Yorkshire und in diese magische Geschichte ein. 

 

Dieses Büchlein erhält einen Ehrenplatz in meiner Vitrine, denn es ist ein wahres Schmuckstück - innen wie außen!

Thomas Hardy: Auf verschlungenen PFaden

Thomas Hardy: Auf verschlungenen Pfaden

Vom Meister dramatischer Wendungen und tragischer Liebesgeschichten

Hierzulande dürfte Hardy bekannt geworden sein durch die Verfilmung seines Romans "Tess" mit Nastassja Kinski in der Hauptrolle.

 

Erneut hat sich Hardy die Landbevölkerung als Personal gewählt, diesmal die "Heideleute". Diese einfachen mit der Natur verbundenen Menschen arbeiten zumeist als Torfstecher oder Ginsterschneider und frönen bei aller Frömmigkeit manch heidnischem Brauch. Zwei Außenseiter stören das idyllische Bild und bringen die scheinbar dörfliche Ruhe ins Wanken. >>Mehr über die Handlung.

 

Auch hier kommt man in den Genuss poetischer Landschaftsbeschreibungen, sodass man meint, den Buchseiten entströme der Duft von Heideblüten. Aber auch die Düsternis dieser eher rauen Landschaft, teilt sich dem Leser unmittelbar mit. 

 

Sämtliche Schicksale der Protagonisten sind ineinander verschlungen. Es gibt massenweise Missverständnisse, unglückliche Fehlinterpretationen, leidvolle Kümmernisse, falsche Erwartungen, unerfüllte Liebe und die ewige Sehnsucht nach Anerkennung - die ganze immerwährende menschliche Misere also. Was sich hier im Kleinen abspielt ist lediglich ein Spiegel für die große Welt und ihrer Unfähigkeit, miteinander glücklich zu sein. 

 

Bei aller Dramatik und Tragik hat Hardy diesmal Milde mit seinen Romanfiguren hat walten lassen und es gibt zumindest für ein Liebespaar so etwas wie ein Happy End. 

 

Ich liebe Hardys Romane, so nahe sie mir auch gehen.

Es ist diese Mischung aus Realismus, mystischer Romantik und Hader mit den gesellschaftlichen Konventionen.

Charlotte Bronte: Jane Eyre

Charlotte Bronte: Jane Eyre
DER Gouvernanten-Roman schlechthin!

Jane Eyre, einer der bekanntesten englischen Romane, wurde mehrfach verfilmt und zählt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. 

 

Die arme Waise Jane Eyre wird in die wohlhabende Familie ihrer hartherzigen Tante aufgenommen, unter deren verzogenen Kindern sie zu leiden hat. Als sie sich gegen die Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten zur Wehr setzt, wird sie als aufmüpfig und unbeherrscht abgestempelt und auf ein kirchliches Internat geschickt. Dort herrscht ein strenges Regime.

  

Unmenschliche Zustände und grausame Behandlungen auf Internatsschulen kennen wir auch aus Charles Dickens Romanen. Beide Autoren sprechen aus eigenen Erfahrungen. Man darf also davon ausgehen, dass Charlotte Bronte mit dieser Beschreibung des Schulwesens öffentlich Kritik geübt hat. 

 

Später verliebt sich ihre Titelheldin in ihren charismatischen Dienstherrn Mr. Rochester, den ein dunkles Geheimnis umgibt. Zuweilen fühlte ich mich stark an Daphne du Mauriers "Rebecca" erinnert. Wer das Buch - oder die Verfilmung von Alfred Hitchcock - kennt, weiß, dass diese Aussage Spannung verspricht. >>Mehr über die Handlung.

 

Es stecken noch so viel mehr Themen in diesem Roman, die ich hier gar nicht alle ausführen kann: Klassenunterschiede, religiöse Eiferer, gesellschaftliche Konventionen, Selbstbestimmung, moralische Werte usw.  

 

Neben der perfekten Kombination aus Sozialkritik, Romantik und Spannung haben mich vor allem die Beschreibungen der inneren Zustände und die Charakterisierungen der Romanfiguren begeistert. Das ist große Formulierkunst.

Stephanie Cowell: The Man in the Stone Cottage

Stephanie Cowell: The Man in the Stone Cottage

Ein Roman über die Bronte-Schwestern

Stephanie Cowell hat sich auf biografische Künstlerromane spezialisiert. Ihr hierzulande bekanntester Roman ist "Die Frau im grünen Kleid", in dem es um das Leben des Impressionisten Claude Monet geht. 

 

Bekannt ist Cowell für ihre gründliche Recherche der Zeitepoche. Jede Kleinigkeit, auch im häuslichen Bereich, passt ins Zeitenbild und so wirken ihre Geschichten stets hoch authentisch. Auch bei The Man in the Stone Cottage war ich nach wenigen Zeilen sofort im Yorkshire des 19. Jahrhunderts eingetaucht. Charlotte und Emily Brontes Charaktere sind bis ins Letzte ausgefeilt und überaus glaubwürdig.

 

Das Leben der Bronte-Familie ist stets von bitterer Armut bedroht. Der Vater ist Pastor und mit seiner Gesundheit steht es nicht zum Besten. Doch ist er der einzige, der etwas zum Lebensunterhalt der Familie beiträgt. 

 

Das ist die Ausgangssituation, in der Charlotte überlegt, eine eigene Schule in Haworth zu gründen. Ein ganzes Jahr lang arbeitet sie an dem Plan. Ihre Geschwister wären allesamt bereit, als Lehrer für die unterschiedlichsten Fächer zu fungieren: 

Nur hat sie die Rechnung ohne die Dorfbewohner gemacht. Zur Eröffnung der Schule gibt es nicht eine einzige Anmeldung.  

 

Daher sieht Charlottes und Emilys Notfallplan vor, als Schriftstellerinnen Karriere zu machen. Allerdings wurde Charlottes Anfrage bei einem bekannten Autor seiner Zeit ziemlich rüde abgewatscht. Frauen hätten in der Literatur nichts zu suchen!

 

Ein männliches Pseudonym muss her. Und trotzdem sind die Schwierigkeiten, mit denen sich die Schwestern bei der Verlagssuche konfrontiert sehen, unfassbar - bedenkt man den Erfolg, den ihre Romane später genommen haben. 

 

Noch unfassbarer allerdings ist, dass sich seitdem kaum etwas in der Literaturbranche geändert hat. Auch heutige, inzwischen namhafte Autoren, können davon ein Lied singen.

 

Mehr zur Handlung und zum Thema Buchveröffentlichung in meinem nächsten Blogbeitrag. Darin werde ich in der Kategorie "Was ich gerade lese" wie gewohnt diesen Roman ausführlicher vorstellen.

schlusswort

Ja doch, ich hinke ein bisschen hinterher, wegen: Weihnachten, Jahresrückblick, TOP SEVEN ... und morgen ist nun auch noch der erste von zwölf digitalen Unabhängigkeitstagen!!!

 

Wie ich in meinem Jahresrückblick 2025 erwähnt habe, hat der Chaos Computer Club dazu aufgerufen, an jedem ersten Sonntag im Monat auf digitale Medien zu verzichten. Tja, und der ist schon morgen.

Sie müssen zugeben, dass ich unmöglich gleich zu Beginn des neuen Jahres von meinem guten Vorsatz abweichen kann, nicht wahr? Darum - und weil nicht nur Papier, sondern auch mein Blog geduldig ist - wird die ausführliche Präsentation von "The Man in the Stone Cottage" bis zum nächsten Blogbeitrag warten müssen.

 

Ganz gemäß meinem Motto, das auch für 2026 wieder gilt: Alles zu seiner Zeit!