· 

Jubiläum: 10 Jahre Newsletter

Mein Newsletter im Wandel der Zeiten

Im April 2016 habe ich meinen ersten Newsletter verfasst. Darin ging es bunt bebildert um:

  • die neuen Cover für die ersten vier Bände der Nicolae-Saga
  • einen Rückblick auf die Leipziger Buchmesse 2016 nebst Interview sowie
  • Lesungshighlights und anstehende Recherchereisen in Rumänien.

Anhand meines Archivs kann ich wunderbar ablesen, wie sehr sich Inhalt sowie Form und Fülle meiner Newsletter im Laufe der Jahre verändert haben.

Die Anfangsjahre: 2016 bis 2020

In den ersten vier Jahren ist mein Newsletter im Schnitt dreimal pro Jahr erschienen. Informiert habe ich vorwiegend über:

  • anstehende Lesungstermine, Buchmessen und sonstige Veranstaltungen
  • meine Recherchereisen
  • Leserrezensionen und erschienene Presseartikel sowie
  • Besonderheiten wie die Entstehung des Soundtracks zur Nicolae-Saga.

Das Ganze hatte ich textlich sehr knapp gehalten und möglichst viel Bildmaterial eingefügt - sofern vorhanden. 

Damals galt das noch heute gültige KISS-Prinzip: Keep it short and simple - Halte es kurz und einfach.

Der Leser habe keine Lust, sein Gehirn allzu sehr anzustrengen, darum müsse man es ihm so leicht wie möglich machen. - Ach ja, die vielen Marketing-Ratgeber und Coaches!

Hinter den Kulissen

Und so waren meine Newsletter oft nur ein- bis zweiseitig und haben in aller Kürze über Aktuelles berichtet.

 

Kaum zu glauben, dass ich Ende 2019 über ein für mich schlimmes und einschneidendes Ereignis mit so wenigen Worten hinweggeschrubbt bin: den Anruf meines damaligen Berliner Verlags, dass ich meinen gerade fertiggestellten siebten und letzten Band nicht mehr bei ihnen verlegen könne, da sie insolvent seien!

 

Für mich war das der Supergau schlechthin. Er hat mir geradewegs den Boden unter den Füßen weggezogen. Hatte ich doch das große Finale meiner Romanserie sowie die 10-jährige Zusammenarbeit mit dem Verlag auf der Leipziger Buchmesse 2020 groß feiern wollen (dass sie wegen Corona ausfallen würde, konnte zu dem Zeitpunkt ja noch keiner ahnen). Darüber hinaus hatte ich mich so sehr beeilt, Veranstaltungsprogramme, Lesungskonzepte, Werbematerial und vieles mehr für die Anmeldung zur LBM (halbes Jahr vorher) fertigzustellen.

 

Mein Glückstaumel über meine nach 14 intensiven Schreibjahren beendete 7-bändige Nicolae-Saga schlug schlagartig in eine Art Schockstarre um. Es gab nur zwei Möglichkeiten: heulen und den Kopf in den Sand stecken, oder sofort handeln! Ich habe mich für Letzteres entschieden.

 

Und dann ging die ganze verlegerische Arbeit noch mal von vorne los: die Suche nach Veröffentlichungsmöglichkeiten für den letzten Band und der anschließenden Neuveröffentlichung sämtlicher vorheriger Bände. Doch dazu musste ich mir  schnellstens die Rechte zurückholen, solange noch ein Verlagsmitarbeiter erreichbar war. Sonst hätte ich ein großes Problem gehabt.

Hatte ich trotzdem. Ein dicker Aktenordner mit Buchverträgen war wochenlang mein ständiger Begleiter, denn natürlich ergaben sich Schwierigkeiten mit dem Dienstleister, der die restlichen Buchbestände des Verlags aufgekauft hatte. 

 

Das alles hatte ich in meinem damaligen Newsletter mit nur wenigen Zeilen abgetan. Darin hatte ich meine Leser lediglich darüber informiert, dass mein bisheriger Verlag zurzeit keine neuen Bücher verlegen könne. Glücklicherweise hätte ich im Hamburger Verlag "tredition" schnell Ersatz gefunden, sodass der letzte Band wie angekündigt im Frühjahr 2020 erscheinen werde. Selbstverständlich würde ich alle vorherigen Bände im selben Format und Cover zu tredtion holen, damit die gesamte Romanreihe unter einem Dach sei. 

 

Doch was diese Hiobsbotschaft tatsächlich für mich bedeutete - auch emotional! - und welch ungeheure Arbeit sie nach sich ziehen würde, wurde überhaupt nicht ersichtlich.

Verdrängung? Oder habe ich geglaubt, nur für die Leser Relevantes berichten zu dürfen? Und bloß nichts Negatives?

 

Heute sehe ich das ganz anders. Ist es für Sie nicht gerade interessant zu erfahren, was hinter den Kulissen passiert? Wie ein Schriftstellerleben tatsächlich aussieht? Welche Hürden er zu überwinden hat? Welche Zweifel ihm zwischendurch immer wieder kommen? Gegen wie viele verschlossene Türen er anrennen muss? Aber auch, was ihn stolz oder glücklich macht?

 

Es ist eben nicht so, wie es uns in Interviews und Zeitungsartikeln oder manchmal auch in Filmen weisgemacht wird. Sondern ein täglicher Kampf - mit immer neuen Anforderungen jenseits des Schreibprozesses und mit sich selbst. 

Inzwischen gibt es einige bekannte Autoren, die darüber offen und ehrlich berichten und mit dem ewigen Image vom idyllischen Schriftstellerleben aufräumen. Dafür meinen Respekt! 

2021: Neubeginn mit Aurelias Monatsbriefen

Ab 2021 habe ich meine Newsletter häufiger verschickt. Und zwar am ersten Sonntag eines jeden neuen Monats.

Fortan nannte ich sie "Aurelias Sonntagsbrief im Monat X". Auch vom Umfang her hatten sie deutlich zugenommen, oft waren sie nun 3- oder sogar 4-seitig (mit Kopf- und Fußzeile plus Bildmaterial).

Da ich nicht mehr im kreativen Schreibprozess steckte, hatte erstmalig den Kopf frei für eine andere Art des Schreibens.

 

Eine Fülle an Themen aus meiner Romanwelt hatte sich angesammelt, über die ich immer schon hatte erzählen wollen. Sowie natürlich über den Fortschritt der neuveröffentlichten Bände und über aktuelle Themen, die meine Arbeit betrafen . Daraus ergab sich eine bunte Mischung aus Information und Unterhaltung. Hier einige Beispiele über den Inhalt meiner Monatsbriefe:

  • Die Bedeutung von Kunst & Kultur in Zeiten von Corona
  • Auf der Longlist für den tolino media newcomerpreis: Band 1 der Nicolae-Saga (neuveröffentlicht)
  • Imbolc, das Lichterfest der Kelten - inkl. Textauszug aus Band 3 
  • Vom Handlungsort der Nicolae-Saga: Rumänische Eierkunst 
  • Von Unwörtern und anderem Unsinn (Wandel der Zeiten und der Sprache)

Im Laufe der Zeit wurden die Themen persönlicher und so habe ich auch ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert:

  • Meine Zwistigkeiten mit Herrn Duden
  • Im Kopf eines heranwachsenden Romanhelden
  • Die Stolperfallen eines Autors
  • Wie ich zum Serienjunkie wurde
  • Von der Lust Zettel zu zerknüllen (nach 2-jährigem Veröffentlichungsmarathon)

Ende 2022 hatte ich mich zum ersten Mal getraut, meinen Jahresrückblick als Newsletter zu veröffentlichen. Getraut - weil so etwas ja kaum persönlicher sein kann und nicht immer einen direkten Zusammenhang zu meinem Autorendasein hatte.

Die Resonanz darauf war überwältigend. 

2023: Die Geburt meines Blogs

Da ich noch so viele Themen in petto hatte und mehr Fotos von meinen Recherchereisen in Rumänien zeigen wollte, als es das Format eines Newsletters mir erlaubt hätte, habe ich Anfang 2023 einen Autorenblog auf meiner Website eingerichtet. Das hatte ich schon sehr lange vorgehabt. Dies bot mir die Möglichkeit, tiefer in die Materie des jeweiligen Themas einzusteigen, und die Artikel vielseitiger - und damit optisch ansprechender - zu gestalten. 

 

Von da an habe ich auch meinen Newslettern ein einziges Thema gewidmet und erstmalig Titel für diese vergeben. Z.B.:

  • Bücher: Freunde fürs Leben
  • KI erobert die Buchbranche: Fluch oder Segen?
  • Rumänien: Im Land der Wunder und Kuriositäten

Nicht immer hatte ich dafür ein Titelbild. Wenn sich partout nichts herbeizaubern ließ, habe ich den Newsletter auch mal ohne Bild verschickt. Die Gewichtung verschob sich also zugunsten des Textes - und siehe da: keiner fand es schlimm. Diejenigen, die meine Newsletter gewissenhaft lasen, taten es weiterhin. 

 

Da ich nun sowohl mit dem Schreiben der Newsletter sowie der Blogbeiträge beschäftigt war, hatte ich es mir in dem Jahr das erste Mal erlaubt, eine Sommerpause einzulegen. In den Monaten Juli und August gab es also keinen Sonntagsbrief mehr von mir. Zehn gehaltvolle Newsletter pro Jahr neben den regelmäßigen Blogbeiträgen mussten reichen. 

2024 bis 2025: Der Schnörkel fällt weg

2024 wurde es richtig persönlich. In meinen monatlichen Sonntagsbriefen berichtete ich über mehrere Newsletter hinweg über mein Herzensprojekt: die Lebenserinnerungen meines damals fast 100-jährigen Vaters. Damit verbunden hatte ich auch ein Foto aus dem Familienalbum eingefügt, das die Drogerie meines Vaters aus dem Jahre 1930 zeigt.

Auch hierauf bekam ich eine erstaunliche Resonanz, mit der ich nie und nimmer gerechnet hätte. Denn als Autor fragt man sich häufig, ob es überhaupt jemanden interessiert, was man da von sich gibt. Darum ist jede noch so kleine Reaktion Gold wert.

 

Die Aufzeichnungen meines Vaters mit entsprechenden Fotos aus dem Familienalbum in eine Buchform zu bringen, hat mich sehr viel Herzblut gekostet, denn unterdessen hat mein Vater sich immer weiter aus dem Leben zurückgezogen. Während des langen Sterbeprozesses haben mich seine Erinnerungen an die Kindheit und Jugend, die Kriegs- und Nachkriegsjahre, den Wiederaufbau und die Familiengründung, und schließlich die Plagen des Alters immerfort begleitet. Das zu offenbaren hat mich sehr viel Mut gekostet.

 

Diese private Episode in meinen Newslettern war eine Zäsur. Der goldene Schnörkel, Wiedererkennungssymbol auf meiner Autorenwebsite und Visitenkarten, der auch bisher jede Kopfzeile meiner Newsletter zierte, fiel daher weg. 

Blog frisst Newsletter

Im Laufe des letzten Jahres habe ich in meinen Newslettern immer häufiger über besondere Blogartikel oder ganze Blogserien berichtet, die sich auf die Themen der Nicolae-Saga bezogen - "Aus meiner Romanwelt":

  • Musik in der Nicolae-Saga: traditionelle Klänge aus England, Irland und Rumänien
  • Kunst in der Nicolae-Saga: französische Impressionisten und englische Präraffaeliten
  • Literatur in der Nicolae-Saga: Englische und rumänische Dichter des 19. Jahrhunderts

Oder aber auf meine Arbeit als Schriftstellerin - "Aus meinem Autorenleben":

  • Typische Fragen aus dem Publikum auf Lesungen
  • Recherchereisen in Rumänien
  • Meine Beiträge für den Rumänien-Adventskalender

Daraus resultierte für mich die Frage, ob mein Newsletter in der bisherigen Form noch Sinn ergibt. Ganz darauf verzichten wollte ich jedoch auf gar keinen Fall. Also musste ein neues Konzept her.

Zurück zum Anfang: der aktuelle Newsletter

Meine treuen "Brieffreunde" informiere ich weiterhin über meine Schreibarbeit. Und zwar: KURZ & BÜNDIG. Ohne PDF-Anhang, direkt in der E-Mail mit Links zu den einzelnen Blogartikeln.

So können meine Leser auf einem Blick die unterschiedlichen Themen erkennen und bei Interesse anklicken.

 

Auf diese Weise bin ich beinahe wieder zur ursprünglichen Form meiner Newsletter zurückgekehrt. Einmal im Quartal - also vierteljährlich - informiere ich "kurz & bündig" über die neuesten Blogbeiträge in den Bereichen:

Dies werde ich auch weiterhin unautomatisiert, also ohne professionellen Newsletter-Anbieter tun. 

Mag sein, dass mein Newsletter daher nicht so erscheint, wie Sie es üblicherweise von anderen her kennen. Dafür ist er mit Herz statt mit KI geschrieben.

Ich finde, es muss besonders in diesen Zeiten noch Handgemachtes geben. Oder was meinen Sie?

 

 

Die aktuellen Newsletter "KURZ & BÜNDIG" vom 1. und 2. Quartal 2026

habe ich für Sie als PDF auf die Seite "Newsletter" gestellt. Dort finden Sie auch alle anderen bisher erschienenen Newsletter.


Interessiert? Gerne schicke ich auch Ihnen meinen vierteljährlichen Newsletter "KURZ & BÜNDIG" zu.

Schreiben Sie mir einfach. Dann nehme ich Sie in meiner Newsletterguppe auf. 

> Kontakt