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Dritter digitaler Unabhängigkeitstag 2026

Von guten Vorsätzen und was aus ihnen wird

Dritter Digitaler Unabhängigkeitstag 2026

Heute feiern wir bereits den dritten digitalen Unabhängigkeitstag 2026 - auch Digital Independence Day genannt.

Er findet an jedem ersten Sonntag des neuen Monats statt. 

Ausgerufen wurde er vom CCC (Chaos Computer Club). Einmal im Monat sollen wir auf jegliche digitale Medien verzichten.

 

Klar, wieso nicht? Das kann ich nur begrüßen und sollte mir ein Leichtes sein  ... dachte ich mir, als ich davon Ende 2025 las. 

Und darum war ich so leichtsinnig und habe in meinem Jahresrückblick 2025 - ganz entgegen meiner sonstigen Art! - einen guten Vorsatz für dieses Jahr gefasst: nämlich dabei mitzumachen. Kann ja nicht so schwer sein, oder?

 

Über meine bisherigen Erfahrungen mit diesem digitalen Abstinenztag - neudeutsch: Digital Detox - will ich hier berichten.

Wo fängt "digital" an und wo hört es auf?

Diese Frage hat sich mir als Erstes gestellt und ich finde, sie hat durchaus ihre Berechtigung.

 

Ursprünglich dachte ich, dass es nur darum gehe, sich am digitalen Unabhängigkeitstag weder auf Social Media herumzutreiben noch im Internet zu surfen.  Doch ziemlich schnell wurde mir bewusst, wie digitalisiert bereits unser Alltag in jeglicher Beziehung ist.

 

Wie sieht es beispielsweise mit der Nutzung des Smartphones aus? Darf ich es am digitalen Unabhängigkeitstag wenigstens als Telefon oder Fotoapparat benutzen?

Schließlich haben viele gar keinen Festnetzanschluss mehr, wären an dem Tag also telefonisch nicht erreichbar. Auch anderweitig nicht, denn weder E-Mail noch WhatsApp wären als Alternativen erlaubt.

Zum Fotografieren könnte ich zwar meine alte Kamera reaktivieren - doch halt! Die ist ja auch schon digital gewesen. Die analogen stehen nur noch als antiquierte Ausstellungsstücke in der Vitrine. Hm ...

 

Nun kann man natürlich argumentieren, dass es ja wohl mal möglich sein muss, an einem einzigen Tag im Monat nicht zu telefonieren und nicht zum weltweiten Bildermüll im All beizutragen.  

Möglich schon. Wenn, ja wenn nicht ausgerechnet an dem Tag ... (An dieser Stelle ließe sich ganz schnell eine Liste guter Gründe anführen.)

 

Aber mal abgesehen vom Smartphone. Wie sieht es mit fernsehen aus? Streamen geht ja nicht!

Muss ich wirklich ausgerechnet an diesem Sonntagabend auf die Fortsetzung meiner derzeitigen Lieblingsserie verzichten? Ein Spaziergang als gesunde Alternative ist bei dem Schietwetter ja nun auch nicht gerade das Wahre.

Außerdem ist die Staffel nur noch heute kostenlos auf Prime oder in der Mediathek aufrufbar.

Wie? Sie wollen mir doch wohl nicht weismachen, dass das "normale" Fernsehprogramm eine Alternative darstellt, oder???

 

Okay, man könnte stattdessen Musik hören. Ein Radio haben wir zwar nicht mehr, aber man kann ja eine CD einlegen. Wir haben nämlich noch welche. Und mein Laptop hat sogar noch ein CD-Laufwerk. Doch halt! Ist das überhaupt erlaubt? Oder bewege ich mich damit schon in einer digitalen Grauzone? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

 

Bleibt noch der gute alte Plattenspieler. Den haben wir vor Kurzem sogar aus dem Keller ins Wohnzimmer zurückgeholt und auch angeschlossen. Ja, wir haben tatsächlich daraufhin eine Handvoll Platten aufgelegt und in Nostalgie gemacht. Aber das ist schon etliche Monate her. Seitdem staubt er in unserem Phonoschrank ein. 

 

Und wie ist es mir nun konkret an den drei bisherigen digitalen Unabhängigkeitstagen ergangen? 

1. digitaler Unabhängigkeitstag: 4. Januar

Zu blöd, dass ich ausgerechnet an dem Tag noch einiges digital zu erledigen hatte. Hatte ich doch kurz zuvor meinen Jahresrückblick 2025 veröffentlicht. Logischerweise gehört es sich, dies in den Sozialen Medien und auch auf WhatsApp kundzutun. Sieht ja sonst keiner, also liest ihn auch keiner. Und das wäre nun wirklich am Sinn und Zweck des Ganzen vorbei. Dafür habe ich mir nicht die wochenlange Arbeit gemacht und viele schöne Fotos rausgesucht und eingefügt. Zumal ich mich diesmal so sehr bemüht hatte, ihn noch zum 31.12.2025 fertigzubekommen und zu veröffentlichen. Hat geklappt!

 

Nur das Herumposaunen unmittelbar danach blieb  - wie so oft - auf der Strecke. Darum war am 4. Januar die allerletzte Chance dazu. Am 5. wäre es bereits kalter Kaffee gewesen und am 6. wirklich total verpufft. Ich konnte also gar nicht anders, das müssen Sie einsehen.

2. Digitaler Unabhängigkeitstag: 1. Februar

Ausgerechnet an dem Tag hatte ich Geburtstag. Dafür konnte ich ja nun wirklich nichts!

Also habe ich WhatsApp-, Facebook- und E-Mail-Glückwünsche entgegengenommen und mich natürlich auch gleich dafür bedankt. Gehört sich ja schließlich so. Denn hätte ich damit bis zum nächsten Tag gewartet, wäre ich nicht zu meiner laufenden Arbeit gekommen. 

 

Ich gestehe, dass ich mich vor meinem Geburtstagstisch mit der Smartphonekamera habe ablichten lassen. Immerhin habe ich das Foto weder gepostet noch versendet, Ehrenwort! 

3. Digitaler Unabhängigkeitstag: 1. März

Das ist heute. Und heute - in diesem Augenblick! - schreibe ich den Blogbeitrag, den Sie gerade lesen. Denn morgen wäre er schon nicht mehr aktuell. Tja, so ist das mit der Schnelllebigkeit dieser ach so schönen digitalen Welt. (Falls Sie es nicht herausgelesen haben sollten: Das war Ironie!) 

Immerhin ist das Verfassen von Blogbeiträgen ja Teil meiner Schreibarbeit. Also quasi beruflich. Ja, klar, ich könnte das alles auch in eine Kladde schreiben. (Für alle, die nicht mehr wissen, was das ist: Eine Kladde ist ein dickes Heft aus Papier, in das man etwas mit einem Stift per Hand schreibt.) Nur könnten Sie meine Zeilen dann nicht lesen.

Macht nichts, meinen Sie? Das mag schon sein.

 

Aber vielleicht erleichtere ich ja Ihr Gewissen mit meinem Geständnis, falls es mit Ihren Vorsätzen für dieses Jahr auch noch nicht so richtig geklappt haben sollte. Und Ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln, wäre doch letztendlich eine gute Sache, oder? 

Fazit nach dem 1. Quartal 2026

  • Nie wieder werde ich Vorsätze fürs neue Jahr formulieren und auch noch so bekloppt sein, dies öffentlich zu tun!
  • Aber ich werde weiterhin üben! Denn der nächste digitale Unabhängigkeitstag kommt bestimmt. Und zwar am 5. April. Wenn mit ihm die wärmere Jahreszeit Einzug hält, wird es mir bestimmt viel leichter fallen, auf den ganzen digitalen Ablenkungsquatsch zu verzichten. Bestimmt!

 

PS: Immerhin nehme ich an der Aktion "6 Wochen ohne" teil und verzichte darauf, Spider Solitär (das digitale Kartenspiel von Microsoft) zu spielen. Ginge ja theoretisch auch mit zwei bzw. vier ganz normalen Kartendecks. Man braucht dafür nur einen verdammt großen Tisch. 


Und wie ist es Ihnen bisher mit Ihren guten Vorsätzen ergangen? Lassen Sie es mich wissen!

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