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Recherchereisen in Rumänien - Teil 5/1 (Wundertüte RO)

Wundertüte Rumänien

Wundertüte Rumänien: Spaß in der Festungsanlage in Turnu Severin
Spaß mit Alina und Gabriel von "Authentic Romania" in der Festungsanlage der Donaustadt Turnu Severin

Nach der Tour "Herrenhäuser und Weine der Walachei" > siehe Recherchereisen in Rumänien - Teil 4/1 und Teil 4/2< stand für uns fest: Wir müssen unbedingt noch einmal mit unserem Dream-Team von Authentic Romania los. Diesmal aber nicht nur 4, sondern 14 Tage. 

Eine kunterbunte Tour mit Wunschzielen sollte es werden. Alina hat zusätzlich für allerhand Überraschungen gesorgt.

 

So entstand der Titel: Wundertüte Rumänien. 

Untertitel: Auf den Spuren von Vlad Tepes, Decebal, Brancoveanu und Nicolae, meinem Romanhelden.

 

Unsere Route führt uns von Bukarest aus startend westwärts durch Muntenia (große Walachei) und Oltenia (kleine Walachei) hinunter zur Donau am westlichsten Zipfel Rumäniens und von dort im Bogen durch Transsilvanien (Siebenbürgen) entlang des Fagaraş-Gebirges zurück über die Südkarpaten in die Walachei.

 

In Teil 1 der Wundertüte Rumänien geht es eher steinig zu. Wir besichtigen Europas höchste Felsskulptur, antike Ausgrabungsstätten, römische Relikte, mittelalterliche Ruinen und eine erst im 20. Jh. ausgebaute Klosteranlage aus dem 17./18. Jahrhundert.

Aber auch der kulinarische Genuss kommt dabei nicht zu kurz und wird gezeigt.

Auf den Spuren von Vlad Tepes

Klosterinsel Snagov - Diesmal ganz anders

Wieder statten wir als Erstes der Klosterinsel Snagov - vermeintliche Grabstätte Vlad III. Tepes (siehe Recherchereisen in Rumänien - Teil 4/1) - einen Besuch ab und treffen es dort völlig anders an als beim ersten Mal. Frühling liegt in der Luft, alles steht in voller Blüte. Die Schwere in der Klosterkirche ist gewichen. Kein Geist anwesend, der sich gestört fühlen könnte. Der Beweis: Die Fotos werden diesmal alle scharf - auch die nahe der Grabplatte. 

 

Im Eingangsbereich studiere ich abermals die Dokumente und Infotafeln zum Fürsten Vlad III., der sich häufig auf die Klosterinsel zurückgezogen haben soll, um sich von den vielen Schlachten mit den Türken zu erholen. Verständlich, es herrscht hier ein unfassbarer Frieden, und Feinde konnten die Insel damals auch nicht so schnell und schon gar nicht ungesehen erreichen. 

Diesmal sind wir aber nicht allein dort. Ein paar weitere Besucher haben sich eingefunden. Ein Mann sieht, dass ich die Informationen lese; wir kommen ins Gespräch. Er kann etwas Deutsch und freut sich, dass er es anwenden kann.

Schon füttert er mich mit weiteren Informationen über das Leben von Vlad III., die mich allerdings verwirren. Meine Recherchen hatten nämlich etwas anderes ergeben. Aber wer bin ich, ihm zu widersprechen? Noch dazu als Fremde. Also höre ich höflich zu.

Ach herrje, rattert es unterdessen in meinem Hirn, bin ich etwa falschen Quellen aufgesessen? Oder habe ich etwas nicht richtig verstanden?

Da schreitet Alina ein und korrigiert den Herrn. Mir fällt ein Stein vom Herzen!

Aber was ist das? Sie bringt eine dritte Version ein!

 

Tja, so ist das mit der Geschichtsschreibung. Welcher - oder besser: wessen - Wahrheit soll man nun Glauben schenken?

Ich habe es diesbezüglich immer mit Logik und Intuition gehalten. Was mir am plausibelsten erschien, habe ich verwendet. Denn wer, bitte schön, sollte es besser wissen? Keiner von uns hat zu der Zeit gelebt. Und Chroniken sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Es kommt immer darauf an, wer sie verfasst und welche Interessen derjenige oder sein Auftraggeber verfolgt hat.  

Als wir gehen, bin ich entschlossener denn je, diesbezüglich meiner inneren Stimme zu folgen. Bisher hat sie mich gut geleitet. Und in einem Romanwerk ist ohnehin das Wichtigste, dass alles stimmig wirkt, nicht wahr?

 

Fürstenresidenz Targoviste - Endlich!

Eines meiner Wunschziele ist Targoviste, die ehemalige Hauptstadt der Walachei. Die Ruinen der einstigen Fürstenresidenz sind beeindruckend weitläufig mit vielen Grünflächen dazwischen. Im Museum sind u.a. die ersten Druckereierzeugnisse zu sehen, die Anfang des 16. Jhs. auf rumänischem Boden entstanden. Sowie eine Galerie an Zeichnungen, Lithografien und Fotografien der Fürstenresidenz im Laufe der Jahrhunderte.

 

Ein besonders markanter Bau ragt heraus: der Chindia-Turm, den Vlad Tepes um 1460 erbauen ließ. Entsprechend erfährt man bei seiner Besteigung auf jeder Etage etwas über die Stationen seines  Lebens.

Von oben werden mir die Ausmaße der Fürstenresidenz erst richtig bewusst. Hier ist viel restauriert und zu einem modernen Museum umgebaut worden.

An die Fürstenresidenz schließt sich ein großes Parkgelände an, das wir aber erst bei einem unserer nächsten Besuche erkunden. An dem Tag kehren wir nach der Besichtigung in dem Parkrestaurant ein. Der Eingangsbereich besteht aus zwei Chindia-Türmen en miniature, der Bogen darüber mit dem Schriftzug Beraria Vlad Tepes (Brauerei Vlad Tepes) wird zusätzlich von seinem Konterfei geziert. Man ist stolz auf diesen Fürsten, was übrigens im ganzen Land spür- und sichtbar ist.

 

Im Restaurant nehmen wir einen Imbiss zu uns. Hier heißen sämtliche Speisen irgendwas mit Vlad Tepes, besonders die Fleischspieße in allen möglichen Variationen. Es gibt sogar Bier namens Vlad Tepes in Schwarz, Blond und natürlich Rot. Und das ist verdammt lecker! Schade, dass es nicht die richtige Tageszeit für ein Glas mehr ist. Denn wir haben noch einiges an diesem Tag vor und mein Kopf muss klar bleiben, um alles aufzusaugen.

 

GEburtshaus in Sighisoara - yummy!

Da wir gerade beim Thema Essen sind:

Sighisoara/Schäßburg ist meine Lieblingsstadt unter den siebenbürgischen. >Siehe Recherchereisen in Rumänien- Teil 3/1<

Deshalb machen wir hier natürlich Station, als wir durch Transsilvanien/Siebenbürgen kommen. Und diesmal - endlich! - huschen wir nicht nur durch das Geburtshaus von Vlad Tepes, sondern speisen hier zu Mittag. 

 

Nun könnte man vermuten, dass es sich um eine reine Touri-Attraktion handelt, wegen der ganzen Dracula-Fans, die hier regelmäßig einfallen. Für sie gibt es im oberen Stockwerk nämlich ein eigens eingerichtetes Gruselzimmer.

Aber man muss unterscheiden: Nach Sighisoara kommen weit mehr Vlad Tepes-Fans, also Anhänger dieser herausstechenden historischen Persönlichkeit. So finden dort regelmäßig Mittelalter-Festivals statt, die die "wahre" Geschichte des Fürsten darstellen - jenseits des Vampirrummels.

 

Übrigens lockt Gabriel mich kurz nach Betreten des Restaurants die Treppe hinauf. Ich tue so, als wüsste ich von nichts, und bin auf alles gefasst, was mich oben erwarten mag. Aber als noch auf der Stiege eine Fledermaus aus der dunklen Nische auf mich zustürzt und meine Haare streift, kreische ich los und schüttele mich vor Grausen. Gabriel amüsiert sich königlich und kommt aus dem Grinsen nicht heraus. 

 

Wir sind positiv überrascht, dass wir ein äußerst geschmackvoll eingerichtetes Restaurant vorfinden mit reich geschnitztem Gestühl und einem großen Wandgemälde im Eingangsbereich, das den Fürsten in seiner Geburtsstadt zeigt (obwohl auch das einige Historiker bezweifeln und Targoviste oder sogar Nürnberg dafür auserkoren haben). 

Wie dem auch sei: Das Essen dort ist köstlich! Es ist Mittagszeit, da reicht mir für gewöhnlich ein Süppchen mit einem Stück Brot, dazu ein frisch gezapftes Bier - und glücklich ist die Touristin. Also bestelle ich mir eine traditionelle Bohnensuppe - die ich übrigens schon in Band 1 Klein-Nicolae im Wirtshaus nahe dem Karpatenschloss habe essen lassen. Aber was mir da serviert wird, damit habe ich nicht gerechnet. Vielleicht hätte ich "Bohnensuppe im Brot" doch wörtlich nehmen sollen!

Ach je, und Alina will unbedingt noch Nachtisch, weil der Palatschinken mit Banane so verlockend klingt.

 

Ich gestehe: Der musste es auch noch sein. Keine Ahnung, wie wir uns von dem herrlichen Plätzchen auf der lauschigen Terrasse im Innenhof wieder weggerollt bekommen haben. Doch die Mittagspause habe ich in allerbester Erinnerung.

Auf den Spuren der Daker:

Decebalus Rex - Klappe, die zweite

Felsskulptur Decebalus Rex an der Donau

Das erste Mal bin ich dem König der Daker (85 - 106 n. Chr.) auf unserer Donaufahrt >Recherchereisen in Rumänien - Teil 1< begegnet. Er hat uns in der Cazanenge vor dem Eisernen Tor empfangen - allerdings in einiger Entfernung, als Teil des Almaj-Gebirges.

 

Diesmal haben wir uns ihm von anderer Seite genähert, und zwar von der Landseite. Endlich konnte ich ihm ganz nah sein. Warum er mir so wichtig ist? Weil er der letzte König der Daker und damit des "Urvolks" der Rumänen ist, bevor die Römer ins Land einfielen und es romanisierten. Wovon sich übrigens der Name Rumäne - Roman - Römisch ableitet.

 

Der römische Kaiser Trajan hat ihn letztendlich bezwungen, wovon heute noch die Trajanssäule im Forum Romanum Zeugnis ablegt. Eine Replik der Trajanssäule durfte ich im Victoria and Albert Museum in London genauer studieren - extrem beeindruckend! Schauen Sie mal auf die Seite des Museums. 

Zwar stammt diese Felsskulptur nicht aus altehrwürdigen Zeiten, sondern wurde zwischen 1994 und 2004 von zwölf Bildhauern erschaffen. Aber die 55 Meter hohe Statue - und damit höchste Felsskulptur Europas - ist absolut beeindruckend.

 

An dieser Stelle der Donau hat Decebalus ein würdiges Denkmal erhalten. Denn nur wenige Kilometer weiter südöstlich befindet sich die Hafenstadt Turnu Severin, in der einst unter Kaiser Trajan die erste feste Brücke über die untere Donau gebaut wurde. - Mehr dazu im Kapitel "Auf den Spuren von Nicolae".

Sarmisegetusa Regia - die unaussprechliche Daker-Siedlung

Hinter diesem unaussprechlichen Namen - jedenfalls stolpere ich dabei immer noch über meine Zunge - verbirgt sich eine Dakersiedlung, falsch: DIE Dakersiedlung schlechthin. Das heißt natürlich ihre Überreste, die bei Ausgrabungen im 18. Jh. gefunden wurden. Sie liegt verborgen in einer Senke mitten in den Bergen auf über 1200 Meter Höhe im Kreis Hunedoara (Transsilvanien/Siebenbürgen). Bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 106 n. Chr. durch den römischen Kaiser Trajan war sie Hauptstadt und militärischer Stützpunkt des Dakerreiches.

 

Sarmisegetusa war zudem ein wichtiges Handels- und Wirtschaftszentrum. Denn die Siedlung lag zum einen unweit der Donau und zum anderen an einer wichtigen Handelsstraße. Darüber hinaus galt sie als religiöse Stätte, wie die freigelegten Tempelanlagen bekunden.

Sarmisegetusa Regia gilt noch heute als heiliges Gebiet. Ranger passen auf, dass man die Heiligtümer nicht betritt.

Und natürlich gehört die antike Ausgrabungsstätte zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Aufgrund der kreisförmig angeordneten Pfähle wird Sarmisegetusa auch als das rumänische Stonehenge bezeichnet.

Auf den Spuren von Nicolae

In Band 4 der Nicolae-Saga büxt der 14-jährige Nicolae von zu Hause aus und lernt Land und Leute jenseits seines behüteten Karpatendorfes und der Bukarester Paläste kennen. Auf seiner Wanderschaft gelangt er bis zur Donaustadt Turnu Severin. In dieser damals vielversprechenden Hafenstadt erhoffen sich viele, zu etwas Wohlstand zu kommen - egal auf welchem Wege. Einigen gelingt es, andere scheitern und träumen am Ufer der Donau von einem besseren Leben in westlicher Richtung.

Auch Nicolae schaut den Schiffen sehnsüchtig hinterher. Doch zuvor hat er in Turnu Severin so manches Abenteuer zu bestehen. Hier macht er seine ersten Erfahrungen mit einem verführerischen Mädchen, erlebt aber auch Betrug, Verrat und bitterste Armut.  

Donaustadt Turnu Severin - die geschichtsträchtige

Die Hafenstadt am südwestlichen Zipfel Rumäniens an der Donau gehört noch zur Kleinen Walchei. Weiter westlich schließt sich das Banat an, das damals zu den Donaufürstentümern der k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn gehörte. Serbien befindet sich auf der anderen Seite der Donau. Insofern war Turnu Severin damals auch Grenzstadt und damit Stadt der Träume. So mancher versuchte dort sein Glück zu finden - oder das Weite zu suchen. 

 

Nun gehört Dobreta Turnu Severin, wie die Stadt seit 1972 vollständig heißt - wegen der römischen Stadt Dobreta, die dort einst ihren Sitz hatte -, nicht gerade zu den touristischen Hotspots. Dementsprechend wundern sich Alina und Gabriel, was wir dort wohl wollen. Für sie ist die Besichtigung der Stadt ebenfalls Premiere - und eine positive Überraschung. Es gibt dort einiges zu entdecken.

Auf der Internetseite des Rathauses von Turnu Severin bekommt man per Drohnenflug einen tollen Überblick über die Sehenswürdigkeiten der Stadt. 

 

Am wichtigsten für mich sind die Relikte der Traiansbrücke, die zur Römerzeit die Donau überspannte. Sehr schön zu sehen auf der Brücken-Homepage von Bernd Nebel. (Was es nicht alles gibt!) Denn genau dort ist Nicolae an einem kalten Wintertag gestrandet, als sein Weg die Landesgrenze erreicht hatte. Gedanklich war ich dort mit ihm bereits gewesen und hatte alles mit seinen Augen gesehen. Nun will ich mir diese Station seines Lebens mit eigenen Augen ansehen.

Einer der steinernen Stützpfeiler steht noch da - man bedenke, dass die Traiansbrücke um 104 n. Chr. erbaut wurde! - sowie einige Gesteinsbrocken, die ich in Band 4 beschrieben habe. Allerdings nicht verstreut, sondern in Reihen gestapelt und durchnummeriert. Warum? Weil genau an der Stelle gerade ein Museum entsteht.

Und so gelangen wir zunächst gar nicht dorthin. Wir müssen uns über eine abgesperrte Baustelle schleichen (einer der Bauarbeiter winkt uns heimlich durch) und dazu Gleise der Hafenbahn überqueren, bevor wir nach einem steilen Hang unten das Ufer erreichen.

Ein bisschen abenteuerlich ist es schon und allein hätten wir dies nie gewagt. Aber für Alina und Gabriel gibt es Hindernisse ohnehin nur, um sie zu umgehen. Das ist eine Sache der Mentalität, wie ich festgestellt habe. 

 

So habe ich doch noch am Donauufer stehen können, wo Nicolae seinen kleinen Freund Marian getroffen hat, der ihm das Leben rettete - und später er ihm in mehrfacher Hinsicht. Wo er die fordernde Stimme seines Vaterlandes vernahm, das er hinter sich lassen wollte. Wo ihm die Freundschaft zu einem alten Philosophen viel über sich selbst lehrte. Und wo er letztendlich den Mut fand, die Grenze zu passieren und sich auf die Suche nach seinen vergessenen Wurzeln zu begeben. 

Und auch ich bin durch die Straßen im Hafenviertel gegangen und durch die des bürgerlichen Viertels, wo Nicolae später Arbeit und Bleibe fand. Ich habe die Schule gesehen, die Marian so oft schwänzte, und den grauen Himmel über der Donau, der sich gen Abend in westlicher Richtung mit goldener Hoffnung überzieht. 

 

All das können die Fotos nicht transportieren. Diese Bilder habe ich in meinem Inneren bewahrt - und in der Nicolae-Saga

Ada Kaleh - die geflutete Donau-Insel

Mit Turnu Severin eng verbunden ist die versunkene Donau-Insel Ada Kaleh - bis 1923 eine Exklave des osmanischen Reiches und ein orientalischer Sehnsuchtsort voll Zauber und Poesie. Sie war geprägt von Moscheen, Basaren und Kaffeehäusern und berühmt für ihre Delikatessen wie Rosenrahat und Tabakwaren. Vor allem die Kaffeezubereitung wurde auf Ada Kaleh zelebriert. Es war ein kleines exotisches Paradies inmitten der Donau und vor den Toren Turnu Severins.

 

Da die Insel wegen des Wasserkraftwerks Eisernes Tor 1971 überflutet wurde, lebt sie nur noch in Erzählungen und exotischen Gemälden und Fotos fort. Wir hatten das Glück, in Turnu Severin ein türkisches Restaurant gleichen Namens zu finden, in dem ein Hauch von Ada Kaleh weiterlebt - zumindest bekommt man eine Idee davon, wie märchenhaft es dort gewesen sein muss. Viele prominente Leute und hohe Häupter waren dort zu Gast, wie die Wände erzählen.

Und was hat Ada Kaleh mit Nicolae zu tun? 

Marian (Nicolaes kleiner Freund aus Turnu Severin) wusste viele Geschichten von der sagenumwobenen Insel zu berichten, die kurz vor der berüchtigten Cazan-Enge lag, welche sämtliche Donau-Kapitäne wegen ihrer steilen Felswände und Stromschnellen fürchteten. Aber auch die quasi vor der Haustür liegende Flussinsel Şimian war angefüllt mit Piratengeschichten aller Art, die Marian von seinem Großvater erzählt bekommen hatte. 

(Aus: Band 4 Nicolae-Abseits der Pfade)

 

Später wird der Schulschwänzer Marian von üblen Gestalten durch die Straßen von Turnu Severin verfolgt, wegen einer Schachtel Rosenrahat von Ada Kaleh, die er seiner Mutter zum Geburtstag schenken will. Was der Junge nicht ahnen kann, ist, dass die Schachtel nicht enthält, was die Verpackung verspricht. 

Von Ada Kaleh kommen auch Genussmittel anderer Art und machen sie zum Umschlagplatz für Schmuggler. Manch abenteuerliche Geschichte kommt Nicolae von dort zu Ohren und wird auf den Straßen Turnu Severins zur gefährlichen Realität.

Auf den Spuren von Brancoveanu

Kloster Sambata de Sus

Dieses Kloster am Fuße des Fagaras-Gebirges stand schon lange auf meiner Wunschliste. Und doch war es ein spontaner Besuch, weil mein Treffen mit dem siebenbürgischen Pfarrer und Autor Eginald Schlattner aus Krankheitsgründen leider ausfallen musste. So kam ich ganz unerwartet in den Genuss dieser weiteren Perle eines Brancovenau-Klosters. 

 

Das Besondere hierbei ist, dass es sich auf siebenbürgischen Boden befindet, obwohl Constantin Brancoveanu Fürst der Walachei war. Wie konnte es dazu kommen?

Die Geschichte dazu ist trauriger Natur und sagt viel über das Schicksal der Rumänen aus. Sie ist in meinem Beitrag im Rumänienadventskalender nachzulesen:

>Die Brancoveanu-Klöster Horezu und Sambata de Sus<

 

Doch an dem herrlichen Sonntag haben wir uns einfach nur an der schönen Klosteranlage erfreut, die von vielen rumänischen Familien besucht und bewundert wurde. 

In Teil 2 der Wundertüte Rumänien

... erwartet Sie viel Natur.

  • Es geht in die Höhe (Lac Balea) und in die Tiefe (Salina Turda)
  • Per Drahtesel (Mountainbike-Tour in Siebenbürgen) und per Stahlross (Fahrt mit der Eisenbahn durchs Gebirge)
  • Und auf Schusters Rappen zu märchenhaften Waldseen und Wasserfällen und über sieben Leitern hoch hinaus.

Lesen Sie aus dieser Blogserie auch:

> Recherchereisen in Rumänien - Teil 1 (Donau-Kreuzfahrt): Von der Cazanenge bis zum Donaudelta

> Recherchereisen in Rumänien - Teil 2 (Kultur- und Wanderrundreise): "Karpaten, Klöster und Kirchenburgen"

> Recherchereisen in Rumänien - Teil 3/1 (Studienrundreise): "Ausführlich durch das Land der Vielfalt"

> Recherchereisen in Rumänien - Teil 3/2 (Studienrundreise): "Ausführlich durch das Land der Vielfalt"

> Recherchereisen in Rumänien - Teil 4/1 (Manors & Wines): "Herrenhäuser und Weine der Walachei"

Recherchereisen in Rumänien - Teil 4/2 (Manors & Wines): "Herrenhäuser und Weine der Walachei"

 

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